R 12

Art. Nr. 145...

R 12

Art. Nr. 145...

Modellprogramm

Personenwagen

RENAULT 12 (1969-1980)

Die Marke Renault zählt zu den ganz Großen im weltweiten Automobilgeschäft und ist zugleich in Deutschland der bedeutendste Importeur von Kraftfahrzeugen. Diese starke Position hat sich das Unternehmen in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erarbeitet. Moderne Klein- und Mittelkassemodelle begründeten den Erfolg der Marke.

In den 50er und 60er Jahren war Renault der Spezialist für Heckmotor-Kleinwagen wie 4 CV, Dauphine, R 8 und R 10. Einen ganz anderen Weg beschritt man 1961 mit der Vorstellung des R 4, eines Frontantrieb-Kleinwagens in einfacher Machart, ganz offensichtlich die Antwort auf den erfolgreichen Citroën 2 CV.
Dem R 4 folgte 1965 der R 16, eine markant gestylte Heckklappen-Limousine, die frischen Wind in den Markt brachte und von Anfang an ein Erfolg war. Nun fehlte nur noch ein Ersatz für die betagten Hecktriebler. Die Renault-Entwickler gingen dabei von einer eher traditionell denkenden Käuferschaft aus. Der Wagen sollte über ein klassisches Stufenheck verfügen und somit zugleich Interessenten ansprechen, denen das moderne R 16-Konzept noch nicht geheuer war. Schließlich sollte er auch noch in verschiedenen Ländern bei Tochter-Unternehmen oder als Lizenz-Produkt laufen, wo jeweils ein solides, modernes Mittelklassefahrzeug gesucht wurde. Ein schwieriger Spagat, der aber meisterlich gelang.
Die Erstpräsentation des neuen Modells erfolgte im Sommer 1969 in Rumänien. Die dortige Firma  UAP (Uzina de Autoturisme Pitesti) zeigte stolz –noch vor der französischen Vorstellung– den Dacia 1300. Erst einige Zeit später erschien der absolut baugleiche R 12 als viertürige Stufenheck-Limousine auf dem Pariser Salon im Oktober 1969.
Die nach hinten ansteigende Dachlinie mit markantem Absatz und abfallender Heckpartie wirkte sehr eigenwillig und war unverwechselbar. Unter der Haube beider Modelle arbeitete ein 1,3 Liter-Vierzylinder mit 54 PS, abgeleitet aus dem R8/10.
Konstruktiv war der R 12 eine eigenständige Entwicklung, keine vom großen Bruder R 16 abgeleitete Plattform. Der Motor saß längs vor der Vorderachse, hinten gab es eine einfache Starrachse mit Schraubenfedern, statt der Torsionsstabfederung des R 16. Der vergleichsweise kurze Radstand (244 cm bei einer Gesamtlänge von 434 cm) ergab einen langen vorderen Überhang. Das schräg abfallende Heck beschränkte den Gepäckraum auf knappe 360 Liter. Neben der viertürigen Limousine folgte im Herbst 1970 der fünftürige Kombi „variable“. Die Tradition der sportlichen Gordini-Modelle setzte auch der R 12 fort. Amédée Gordini hatte schon die Heckmotor-Modelle der Marke frisiert. Im Sommer 1970 erschien das Sportmodell R 12 Gordini, ausgerüstet mit dem 1,6 Liter-Motor des R 16 TS, hier auf 113 PS gesteigert und 185 km/h schnell.
Mit dem R 12 eng verwandt waren die Sportwagen R 15 und R 17, die 1971 debütierten. Sie hatten völlig eigenständige Karosserien und waren quasi die Renault-Antwort auf Ford Capri und Opel Manta. Im Herbst 1975 erschien die zweite, aufgefrischte Serie des R 12, die sich durch eine modifizierte Front- und Heckpartie unterschied. Unverändert blieb der bewährte 1,3 Liter-Motor die Basis der Motorisierung, den es in drei Leistungsstufen gab:  50, 54 und 60 PS. Für die westeuropäischen Märkte folgte 1976 der R 14 bzw. 1980 der größere R 18 als Nachfolger.
Gebaut und montiert wurde der R 12 weltweit, zum Teil mehr oder weniger modifiziert. Diese Fertigungen außerhalb Frankreichs liefen noch viele Jahre weiter.

Die Renault-Modelle werden unter der Artikel-Gruppe 145.. geführt.
Die aktuell werkseitig lieferbaren Modelle sind in der Modellliste einzusehen.